
| Liquidität: 7,5% | |
| Renten (Euro): 36,3% | |
| Aktien Europa: 41,7% | |
| Alternative Investments: 3,1% | |
| Renten (Fremdwährung): 3,8% | |
| Rohstoffe: 3,0% | |
| Aktien International: 4,6% |
März 2010
Marktrückblick/Marktentwicklung
Das Jahr 2009 insgesamt befreite die Kapitalmärkte aus der Schockstarre, in die sie nach dem Kollaps von Lehman gefallen waren. Die massiven Rettungsbemühungen der Regierungen und Notenbanken lösten die extreme Risikoaversion ab März 2009 schrittweise auf.
Auch in der zweiten Hälfte 2009 verlieh die reichlich vorhandene Liquidität den Finanzmärkten Auftrieb. Gestützt durch ein äußerst geringes Zinsniveau konnten Unternehmensanleihen, die Emerging Markets sowie Rohstoffe am stärksten wieder an Wert gewinnen.
Zu den Hauptprofiteuren zählte nicht zuletzt das Gold, das von vielen Anlegern als „Reservewährung“ in Krisenzeiten generell weiter hoch geschätzt wird.
Obwohl die Mehrzahl der Marktteilnehmer eine Fortführung der Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten im ersten Quartal 2010 erwarteten, mussten die meisten Börsen Abschläge zwischen 5-8% in den ersten 20 Handelstagen des neuen Jahres hinnehmen.
Nachdem wir in 2008 äußerst verhalten an den Märkten agierten und damit Verluste für unsere Anteilseigner vermeiden konnten (Märkte korrigierten durchschnittlich -32%), konnten wir nur teilweise unsere Skepsis in 2009 ablegen. So haben wir in der Spitze unser Aktienexposure auf max. 30% hoch gefahren (aktuell ca. 26%). Ein Großteil des Sondervermögens war und ist in Unternehmensanleihen, Staatsanleihen, Wandel- und Fremdwährungsanleihen investiert (aktuell ca. 46%). Der Anteil unserer Goldanlagen belief sich auf ca. 2%, die Liquidität betrug im Schnitt ca. 10% vom Sondervermögen. In Alternativen Investments und Kurssicherungsanlagen waren ca. 8% der Mittel gebunden.
Nach Kosten konnten wir rückblickend auf ein Jahr eine Wertsteigerung von 2,51% erzielen, seit Auflage des Fonds in 2008 1,93%. Im gleichen Zeitraum verlor der Deutsche Aktienindex – 12,31%. Hervorzuheben ist die extrem niedrige Volatilität des Sondervermögens, die uns und Ihnen Gewissheit gibt, dass das Risikomanagement unseres Fonds höchsten Ansprüchen genügt.
Wie sind die Erwartungen an den Aktienmarkt im neuen Jahr und wie werden wir als Fondsmanager agieren?
Aus Sicht der aktuellen Bewertung sind Aktien immer noch attraktiv. Das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis zum Beispiel misst die inflationsbereinigten Gewinne über einen vollständigen Konjunkturzyklus hinweg und weist aktuell eine Unterbewertung von rund 15% für Aktien aus. Zu einem ähnlichen Schluss kommt man bei der Betrachtung der drei Grundkomponenten von Aktienmarktrenditen: Dividenden, Bewertung von Unternehmen und Gewinnwachstum. Die Dividenden sind stabil und liefern im Schnitt deutlich mehr Ertrag als Anleihen. Entscheidend wird sein, wie sich die Unternehmensgewinne verhalten werden. überwiegend bedingt durch Kostensenkungsprogramme konnten viele Firmen in 2009 ihre Gewinne steigern. Nun ist es wichtig, dass vor allem durch operatives Wachstum und industrieller wie privater Nachfrage die Gewinnprognosen weiter anziehen. Gebremst werden kann diese positive Entwicklung durch eine Veränderung in der Zinslandschaft (steigende Zinsen) bzw. durch eine neue Belastung des Finanzmarktsektors. Das sind unseres Erachtens die beiden größten Risikofaktoren in 2010.
Wir werden tendenziell unsere Aktienquote erhöhen. Vor allem gesunde und dividendenstarke Titel im Heimatmarkt Deutschland stehen im Fokus. über Discountanlagen und Kurssicherungsstrategien wollen wir größere Risiken vermeiden.
Wie sind die Erwartungen an den Rentenmarkt im neuen Jahr und wie werden wir als Fondsmanager agieren?
Weiteres Kurssteigerungspotential auf dem jetzigen Renditeniveau scheint sehr begrenzt. Mittelfristig ist es nicht die Frage Ob sondern Wann die Renditen steigen. Die Volkswirtschaften scheinen sich weiter zu erholen. Unabhängig davon besteht latent die Gefahr einer wieder ansteigenden Inflation in den „Kern“- Volkswirtschaften.
Insofern stehen Anleihen insgesamt vor einem schwierigen Jahr. Besorgnis erregend ist in diesem Zusammenhang auch die Entwicklung der Staatsverschuldung in einzelnen Ländern (USA, Griechenland, Portugal, Spanien, Irland). Weitere Abstufungen der Bonitäten einzelner Staaten können zu empfindlichen Verwerfungen in den Kursen von Staatsanleihen führen.
Wir werden angesichts der niedrigen Renditen kurze Laufzeiten und Zins-Floater bevorzugen. Solide Unternehmensanleihen werden wir auf breit diversifizierter Basis den Staatsanleihen vorziehen.
Wie sind die Erwartungen an den Rohstoffmarkt im neuen Jahr und wie werden wir als Fondsmanager agieren?
Wir sehen in 2010 lediglich im Agrarbereich Möglichkeiten einer stärkeren Aufwärtsbewegung. Die Rohstoffpreise insgesamt sind auf einem hohen Niveau. Hinzu kommen hohe Lagerbestände in allen wichtigen Basisrohstoffen (Industriemetalle, Energie). In den meisten Rohstoffpreisen sind bereits ein Anziehen der Konjunktur und damit eine erhöhte Nachfrage eingepreist.
Gold sehen wir neutral. Ein Anziehen der Zinsen und/oder ein stärkerer US Dollar könnten den Goldpreis drücken. Die Angst vor einer starken Inflation und/oder ein erneutes Aufflammen der Krise, sprechen hingegen für steigende Notierungen.
Wir halten vorerst an unserer Goldquote fest. Den restlichen Rohstoffmarkt beobachten wir und behalten uns taktische Investments vor.
Währungen
Nachdem der EUR noch im letzten Jahr bis auf 1,52 USD/EUR ansteigen konnte, droht dem Euro eine neue Belastungsprobe. Aktuell steht der EUR nur noch um 1,40 USD/EUR. Sollte sich das Debakel um Griechenland auf andere Mitgliedsstaaten der Union ausweiten und Brüssel keine konsequente und harte Linie fahren, ist eine weitere Abwertung des EUR wahrscheinlich.
Das Sondervermögen ist überwiegend in EUR investiert. Allerdings führen wir sowohl in Gold als auch in ausgewählten Anleihen und Aktienanlagen ein US Dollar Exposure, was wir aufgrund der aktuellen schlechten Situation des Euro bewusst nur teilweise abgesichert haben.
Alternative Investments
Unsere Trendfolgestrategie konnte in 2009 ein ausgeglichenes Ergebnis vorweisen. Mit Blick auf zu erwartende Volatilitäten und Unsicherheiten in den Märkten, halten wir an dieser Strategie fest, weil sie vor allem aufgrund ihrer negativen Korrelation zu den Aktienmärkten uns einen guten Depotschutz in Krisenzeiten liefert.
Immobilien
Bedingt durch die nicht geklärte Krise bei den offenen Immobilienfonds (Rücknahme vieler Fonds immer noch ausgesetzt) und möglichen Bewertungsrisiken einzelner Immobilien in Ländern wie Spanien und England, haben wir alle Immobilienfonds (mit Gewinn) veräußert und sind zum Stichtag nicht investiert. Erst wenn o.g. Punkte für uns geklärt sind, ist eine Investition wieder vorstellbar.
Die Wertentwicklung nach BVI-Methode liegt im Berichtszeitraum bei +1,65%.
Heiko Droste
Bankhaus W. Fortmann & Söhne KG